Muskeln, Gelenke, Wirbelsäule, Faszien, Atmung, Gleichgewicht, Koordination und Nervensystem beeinflussen sich gegenseitig. Eine Veränderung an einer Stelle kann deshalb an einer ganz anderen Stelle sichtbar werden.
Für mich bedeutet ganzheitlich nicht, einfach alles gleichzeitig zu behandeln. Es bedeutet, die Zusammenhänge zu erkennen und herauszufinden, was für dieses Pferd im Moment wirklich relevant ist.
Wie bewegt sich das Pferd? Wo weicht es aus? Welche Bereiche übernehmen zu viel und welche zu wenig? Ich schaue auf den gesamten Bewegungsablauf und nicht nur auf die auffällige Stelle.
Spannung ist nicht automatisch das eigentliche Problem. Ein Muskel kann festhalten, weil der Körper an anderer Stelle Stabilität oder Schutz braucht. Faszien können Bewegung weitergeben, aber auch einschränken.
Das Nervensystem beeinflusst Muskeltonus, Gleichgewicht, Koordination, Wahrnehmung und Anpassung. Ein Pferd unter anhaltender Belastung kann deshalb anders Spannung halten und Bewegung weniger frei lösen.
Erfahrungen, Stress und Unsicherheit können körperliche Reaktionen mit beeinflussen. Deshalb gehört für mich auch dazu, zu beobachten, wie ein Pferd reagiert, was es aushält und wo es Schutz braucht.
„Warum muss der Körper dort festhalten?“
Diese Frage ist für mich oft wichtiger als die Frage, wo es gerade fest ist.Das Nervensystem steuert unter anderem Muskeltonus, Gleichgewicht, Koordination, Propriozeption und die Verarbeitung von Reizen. Es entscheidet ständig mit, wie sicher und anpassungsfähig sich ein Pferd bewegen kann.
Steht ein Pferd dauerhaft unter Stress oder in hoher Alarmbereitschaft, kann sich das auch körperlich zeigen: in der Atmung, in wechselnder oder erhöhter Muskelspannung, in steiferen Bewegungen oder darin, dass das Pferd schlechter zur Ruhe kommt.
Darum ist das Nervensystem für mich kein Zusatz zur körperlichen Arbeit, sondern ein Teil davon.
Jedes Pferd bringt eine andere Geschichte, andere Kompensationen und andere Voraussetzungen mit. Deshalb gibt es für mich nicht die eine Behandlung, die auf jedes Pferd passt.
Wie steht, bewegt und reagiert das Pferd? Was fällt auf und was kompensiert es vielleicht schon lange?
Beweglichkeit, Gewebe, Muskeltonus und Zusammenhänge prüfen, statt nur die auffällige Stelle zu betrachten.
Mit den Methoden arbeiten, die zu diesem Pferd und zu diesem Befund passen.
Nach der Behandlung wieder hinschauen: Was hat sich verändert und was braucht das Pferd als Nächstes?
Du kannst einen Termin für dein Pferd anfragen oder dir anschauen, wie ich dieses Wissen in meiner Fachausbildung Pferdephysiotherapie weitergebe.